Therapeutische
Haltung und
Grundlagen
Die kreative Gestalttherapie hat ihre Quellen in der Humanistischen Psychologie, bzw. Psychotherapie und dabei insbesondere in der Gestalttherapie. Sie geht von einem ganzheitlichen Menschenbild aus, wobei sowohl die geistigen Prozesse, als auch die körperlichen Empfndungen und die Gefühle mit einbezogen werden.
Grundlagen der kreativen Gestalttherapie
Kreative Therapie ist lebendiger Kontakt, ist erlebende Resonanz. Kontakt bedeutet, mit anderen Menschen in Beziehung sein, aber auch mit sich selbst, mit seiner ganzen Vielfalt und dem ganzen Reichtum. Therapeutische Prozesse beruhen auf Beziehungen, sie sind das Wesentliche dieser Therapie, ihre Grundlage und ihr Inhalt.
KlientInnen kommen oft mit festgefahrenen Mustern des Verhaltens, des Denkens, des Fühlens oder der Körperlichkeit, an der sie leiden, in die Therapie. Die Kunst der Therapeutin besteht in erster Linie darin, zu den KlientInnen eine Beziehung aufzubauen, die es beiden ermöglicht, das Risiko einzugehen, einen Prozess der Musterveränderung in Gang zu bringen. Manchmal wiederholen sich die gleichen Kontaktmuster immer wieder: sie sind wie erstarrt. Kreative Therapie hilft, erstarrten Kontakt lebendig werden zu lassen und eingefrorene Muster zu schmelzen.
Grundlage ist die Anerkennung der KlientInnenkompetenz als notwendige therapeutiche Haltung, eine durchgehende Haltung der Achtung, der Würde und des Respektes. Die Therapeutinnen können begleiten, sie können anregen, spiegeln, Resonanz erfahren und erfahrbar machen. Aber sie können nicht Rezepte geben, Menschen erklären oder gar verändern wollen. Dieser Ansatz schließt Deutungen, Interpretationen oder Ähnliches aus. Statt dessen werden Methoden und Verfahren eingesetzt, die die KlientInnen dabei unterstützen, ihre eigenen Bedeutungen zu erkennen bzw. zu entwickeln. Kreative Therapie ist ressourcenorientiert. Die KlientInnen bringen nicht nur ihre Probleme, Störungen und Kränkungen mit, sondern auch eine Palette von Fähigkeiten, die vielfach nicht bewusst ist. Oft gilt es erst einmal die eigenen Ressourcen zu förden, zu entdecken und erfahrbar zu machen, um eine Grundlage zu schaffen.
Kreative Therapie möchte den KlientInnen zu mehr sozialer Kompetenz verhelfen. Wahlmöglichkeiten erkunden und ausprobieren, um das eigene Leben so leben zu können, wie es persönlich richtig und wichtig ist. Kreative Therapie arbeitet mit den Medien der Bild- und Formgestaltung, der Musik und der Bewegung , um darüber einen Zugang zu Bereichen und Themen zu ermöglichen, die der verbalen Sprache verschlossen sind.
Auch für KlientInnen, die ihrer Meinung nach künstlerisch unbegabt sind, bietet die kreative Therapie durch ihre vielen Methoden und die Vielfalt an kreativen Ausdrucksmöglichkeiten ein breites Spektrum, das greifbar , erfahrbar und erlebbar zu machen, wo Worte allein nicht reichen.
Immer steht dabei der Prozess im Vordergrund, nicht das künstlerische Produkt. Im gestalterischen Prozess, der den individuellen Ausdruck und die soziale Interaktion erweiternd unterstützt, kann sich Inneres und Äußeres verbinden.
Das lebendige Erleben, die Kreativität, die Resonanz und der lebendige Kontakt sind Boden der kreativen Therapie.